Review – The C64 Maxi

Endlich ist The C64 Maxi erschienen. Bereits im Sommer konnte man den Computer vorbestellen. Jetzt im Dezember wurde er geliefert und ich nehme ihn für euch unter die Lupe.

Eigentlich firmiert das Gerät unter dem Namen The C64. Das Maxi haben viele Seiten (und auch Amazon) dazu erfunden, weil er quasi der große Bruder des im letzten Jahr erschienenen C64 Mini ist.

Neben seiner Größe hat das Gerät aber auch ein paar weitere Updates erhalten. Die Anzahl der USB-Ports steigt auf vier. Drei an der rechten Seite und einer hinten. Neben dem C64- gibt es auch einen VIC 20- (in Europa hieß er VC 20) Mode. Damit bekommt man also zwei Computer in einem.

Mit VC 20

Der C64 war bei weitem die bekanntere Maschine, aber auch der VC 20 konnte mit einigen hundert Spielen glänzen. Für mich als Retro-Freak hat er eine besondere Bedeutung, denn es war der allererste Kontakt mit einem Computer überhaupt. Wenn auch nur bei Karstadt in Bremen in der Computer-Abteilung. Dort war ein VC 20 zum Anfassen und ausprobieren aufgestellt. Das war 1981.

Leisten konnte ich mir ihn allerdings nicht. Er kostete damals 899 DM.

Der mitgelieferte Joystick hat nun endlich echte Mikroschalter und lässt damit das Feeling des alten Competition pro aufkommen. Dieses mal liegt sogar ein Netzteil dabei.

The C64 Maxi

Zum Lieferumfang gehören:

  • THE C64 Maxi
  • THE C64-Joystick mit einigen Spezial-Tasten und echten Mikroschaltern
  • HDMI-Kabel 1,2 Meter
  • USB-Stromversorgungskabel 1,2 Meter
  • Netzteil
  • 64 Installierte Spiele (Plus Bonus)
  • Bedienungsanleitung

Der C64 Maxi wirkt und fühlt sich an, wie das Original. Der Rechner kommt mit dem entscheidenden Vorteil gegenüber die Mini-Version. Einer echten, funktionierenden Tastatur. Diese ist – soweit ich es beurteilen kann – bis auf eine einzige Taste voll identisch mit dem echten C64.

Die „Commodore-Taste“ wurde beim C64 Maxi durch eine neue Variante ersetzt.

Was den Tastaturanschlag angeht, kann ich zwar keine Vergleiche zum original Brotkasten anstellen, aber es fühlt sich auf jeden Fall gut an. Alle Tasten haben einen guten Hub. Es gibt das bekannte leicht metallische Geräusch beim Tippen.   Deutsche Umlaute oder andere Spezialzeichen sucht man auf dem Gerät allerdings vergebens. Genau wie beim Vorbild.

Auch die Commodore spezifischen Sonderzeichen finden sich auf der Tastatur.

Einrichten

Die Ersteinrichtung verläuft relativ einfach. Nach der Auswahl der Bildwiederholfrequenz (50 oder 60 Hz, bzw. PAL oder NTSC) kann man sich aussuchen, ob man den C64 im Karussell- oder im Classic-Mode starten will. Der Karussell-Mode zeigt, wie beim kleinen Modell, alle vorinstallierten Spiele. Im Classic-Mode hat man den echten C64-Starbildschirm vor sich und kann mit dem Programmieren beginnen.

Die Spiele

Die Spieleliste ist weitgehend identisch mit dem C64 mini. Auch das – mit einem Firmware-Update hinzugekommene – Galaga ähnliche Spiel Galencia ist mit an Bord. Hier hat sich nichts am Handling geändert. Die Spiele starten schnell und laufen gut. Ich habe sie ja bereits alle in einem Video vorgestellt. Ein paar der Spiele vom Mini wurden beim Maxi durch VC-20-Spiele ersetzt.

Neu auf dem Maxi ist demnach „Gridrunner“ und „Psychedlia„. Beide Spiele sind für den VC-20-Mode.

Zur Qualität der Spiele habe ich im Review des C64 Mini ja bereits alles gesagt. Hier hat sich natürlich nichts geändert. Die Bedienung des Karussells und das Speichersystem sind identisch. Wer vom Mini auf den C64 Maxi wechselt kann die Spielstände aber leider nicht mitnehmen. Bisher ist mir jedenfalls keine Methode dazu bekannt.

Der Joystick

Endlich hat der Joystick seinen Namen verdient. Er kommt in der neuen Version mit echten Mikroschaltern. Das Layout der Tasten hat sich gegenüber der Version vom C64 Mini nicht geändert. Mittels der Spezialtasten lässt sich navigieren und es können Speicherstände abgerufen werden.

Der neue C64-Joystick mit echten Mikroschaltern.

Fairer Weise muss man erwähnen, dass „nur“ die Richtungsänderungen und die Feuertasten mit Mikroschaltern ausgestattet sind. Alle anderen Tasten sind identisch mit denen des Sticks vom Mini. Der neue Joystick ist auch separat erhältlich und arbeitet auch am C64 Mini.

Links der neue, rechts der alte Joystick.

Auf den ersten Blick kann man die beiden Sticks an ihrer Farbe unterscheiden. Der vom C64 Mini hat einen roten Stick. Der neue vom C64 Maxi einen schwarzen.

Fazit

Jetzt ist es richtig! C64-Fans (alte und junge) kommen mit The C64 Maxi voll auf ihre Kosten. Alleine die echte Tastatur und damit die Möglichkeit eigene Software zu entwickeln oder auszuprobieren machen den Kauf sinnvoll. Die noch beim C64 Mini vorhandenen Latenzen sind beim Maxi nahezu verschwunden.

Der verbesserte Joystick mit echten Mikroschaltern sorgt (auch wegen seines Sounds) für echtes 80er-Feeling und die vielen USB-Anschlüsse machen ein Umstecken – wenn man zum Beispiel einen Stick mit der eigenen Spiele-Sammlung angeschlossen hat – überflüssig.

Retro Games Ldt. holt damit einen echten Klassiker in unsere Zeit zurück. Wie sehr würde ich mir das auch für andere Geräte (wie zum Beispiel einen PC) wünschen.

Die Feuertasten und die Schalter für die Richtungen sind Mikroschalter.

Für knapp 120 Euro (Listenpreis) bekommt man ein gutes Gerät und ein gutes (Retro-) Gefühl. Ich erwarte nach Weihnachten, spätestens im neuen Jahr Rabatte. Ich denke ein Endpreis von 89 oder 99 Euro sind durchaus möglich.

Einen kleinen Nachteil hat es gegenüber dem echten C64: Es fehlt der Userport und damit die Möglichkeit, externe Erweiterungen und Cartridges anzuschließen. Diesen Umstand kann man aber verschmerzen. Das Gerät ist im Wesentlichen eine Spielkonsole.

Da der neue Stick auch am C64 Mini arbeitet könnte man durch die Bestellung eines Mini und eines neuen Joysticks eine Menge Geld sparen und bekommt nahezu die gleiche Leistung.

  • Der The C64 Maxi ist bei Amazon zu bekommen.
  • Der C64 Mini ist auch noch bei Amazon zu erhalten.
  • Der neue Joystick ist ebenfalls bei Amazon im Angebot.

(Mit einem Kauf über die Links unterstützt Du mich mit einem kleinen Betrag des für Dich unveränderten Kaufpreises.)

P.s: Den C64 in Action erlebt ihr dieses Jahr bei meiner Nerdverster-Show am 31.12. ab 20 Uhr.

3 Antworten auf „Review – The C64 Maxi“

  1. Hallo Michael,
    ich habe den C64 Maxi bei Amazon vorbestellt und er kam auch tatsächlich vorgestern, am 23.12., an.
    Größte Freude am Auspacken und anschließen, …
    es war wirklich wieder als wäre ich ein Kind in den 80igern.
    Technisch läut der C64 Maxi auch bei mir problemlos, die Tastatur haben die wirklich gut hinbekommen und – so finde ich – gibt der neue Joystick eigentlich wenig grund zur Klage.
    Die Spieleauswahl ist „durchwachsen“ …. paar gute halt dabei und paar schlechte … aber hier kann man sich ja selbst helfen.
    Die Möglichkeit Programme direkt aus dem Karusellmodus heraus vom USB-Stick zu starten finde ich gut gelöst …. noch pfiffiger finde ich im klassischen Modus das „einhängen“ eines Programms wie ein Laufwerk, also das mounten eines Programms.
    Frau und Kinder sind bei der Verwandtschaft, ich werde nun wieder Basic programmieren und schwelge in Erinnerungen an die „gute alte Zeit“.
    Danke für diesen ausführlichen Review, war interessant diesen mit Freude zu lesen.

    1. Ja, das Gerät ist wirklich gelungen. Die Spieleauswahl ist in der Tat verbesserungsfähig. Durch die Lösung mit dem Stick geht es in der Tat.
      Ich freue mich auf den 31.12. um die Kiste mal richtig auszuprobieren. 🙂

  2. Hoffentlich nehmen sich Nintendo, Sega und Sony ein Beispiel daran. Deren „Classic“ Konsolen in Originalgröße würde ich mir gerne kaufen. Aber diese Mini Varianten sind einfach nicht „stilecht“. ( Und ich besitze schon mehrere Schlüsselanhänger von Retro Konsolen !!! )

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