Das Open-World-Problem von Assassins Creed

Mit der letzten Ausgabe der Assassins-Creed-Reihe hat Ubisoft wahrlich ein Meisterwerk abgeliefert. Angesiedelt im alten Griechenland in einer Zeit der Mythen und Mysterien hat der Spieler alle Hand zu tun. Das ist das Open-World-Problem.

Open-World-Spiele wie Assassins Creed oder auch Red Dead Redemption 2 leiden heutzutage aus meiner Sicht vor allem an ihrer schieren Größe. Was bei RDR2 dazu führte, dass man die meiste Zeit im Spiel mit dem Pferd oder der Kutsche unterwegs ist, um die nächste Mission zu erreichen.

Langweilig

Langeweile bis zum Abwinken. Auch wenn zwischendurch zufällig getriggerte Ereignisse dazu dienen sollen, die Illusion der Abwechslung aufrecht zu erhalten. Das Gegenteil ist der Fall und zusätzlich wird die Spielzeit durch diese Nebenmissionen auch künstlich in die Länge gezogen.

Ähnlich ist es bei Assassins Creed: Odyssey. Hier hat der Spieler mehrere Handlungsstränge, die sich mit dem Fortschritt auch noch erweitern. Glaubte man dem Ziel eines Stranges nun endlich näher gekommen zu sein, tun sich weitere Missionen auf. Außerdem kommen (fast) laufend neue komplette Handlungsstränge dazu.

Im Spiel bleiben

Der Spieler kann zwar recht bald das Gebiet schnell durchreisen. Die unfassbar hohe Anzahl an Nebenmissionen und Zusatzaufträgen (auch zeitlich begrenzte gehören dazu) macht es fast zu einer Sisyphos-Aufgabe das Spiel einigermaßen vollständig zu beenden. Und ich rede hier nur von der Basis-Version ohne DLC.

Wir sehen also, es gibt offenbar ein Open-World-Problem. Die Spiele-Studios meinen es vernehmlich sehr gut mit den Kunden und halten sie so lange wie es nur geht im Spiel. Bei Preisen zwischen 69 und 99 Euro ist das auch absolut in Ordnung.

Nur reicht aus meiner Sicht „im Spiel halten“ eben nicht aus. Die Spiel-Mechaniken sind dann eben doch nicht so differenziert, dass es ein großes Erlebnis wird. Letztendlich sind alle Missionen irgendwie ähnlich, auch wenn versucht wird mit minutenlangen Dialogen davon abzulenken.

Das Open-World-Problem

Das Dilemma liegt in der Open-World an sich. Wenn man eine riesige Spielwelt bietet – und es ist aus meiner Sicht nicht mehr lange hin, bis wir die ganze Erde „bespielen“ können – muss man dem Spieler auch was bieten. Sonst ist die Spielwelt eben nur Selbstzweck.

Warum spielt man denn? Eine Motivation kann zum Beispiel die Ablenkung vom Alltag sein. Wenn ich aber in meiner Spielwelt – die zwar vorgeblich offen ist – immer wieder das gleiche erlebe, ist es schwer, meinen Alltag zu vergessen. Besser gesagt weniger wäre vielleicht auch mehr.

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