Ausprobiert: Atari-Retro-Handheld-Konsole

Der Retro-Trend ist weiterhin ungebremst. Neben der Sony Playstation Classic soll ja demnächst (2019) auch ein Mini-Dos-PC das Licht der Welt erblicken. Ich habe mir mal den Spielekonsolen-Klassiker geschnappt. Die Atari-Retro-Handheld-Konsole.

Viel habe ich von dem Teil nicht erwartet. Einerseits sind die Spiele wirklich schon alt und mit der heutigen Generation von Casual-Games nicht im Ansatz vergleichbar. Andererseits habe ich schon viele Versuche gesehen, die alte VCS 2600 wieder zu beleben. Alle samt gescheitert.

Auspacken

Die Atari-Retro-Handheld-Konsole kommt in einem schlanken Karton ohne viel Schnick Schnack daher. Nur die Konsole, keine weiteren Kabel. Leider auch keine vier A A A Batterien, die es für den Betrieb braucht. Neben einem Werbezettel für die anderen Atari-Produkte des Herstellers findet sich nur noch eine Kurzanleitung für die Konsole, auf der 50 Atari-Spiele installiert sind.

Die Konsole

Bei einem Preis von 29,90 Euro (Im Cyberweek-Sale) war nicht zu erwarten, dass hochwertiges Holz zur Verarbeitung kommt, wie einst beim Original. Die Konsole ist vollständig aus Plastik. An der Unterseite, die im geriffelten Design der VCS daherkommt, befindet sich das Batteriefach.

An der Rückseite finden sich neben dem Power-Schalter auch ein Ausgang für einen Fernseher. Leider gibt es aber weder ein Kabel, noch eine detaillierte Beschreibung dazu. Außerdem kann auf der Rückseite die Lautstärke geregelt werden. Ein Kopfhörer lässt sich ebenfalls dort anschließen.

Die Vorderseite ziert ein 2,4 Zoll Screen und die Steuerung. Diese besteht aus einem kreisrunden Digipad links und zwei Buttons rechts neben der Anzeige. Dazu noch ein Start- und ein Select-Button. Auch hier hat man sich an dem Design des Gerätes von 1977 orientiert.

Ausprobiert

Vier Batterien eingelegt und getestet. Die Konsole hat 50 vorinstallierte Spiele. Diese lassen sich nicht ergänzen. Zumindest derzeit nicht. Es gibt keinen Anschluss für externe Speicher. Der Bootvorgang ist sehr kurz (ca. 2 Sekunden) und es erscheint ein Menü mit der Auswahl der Spiele.

Immer fünf Spiele pro Menü-Seite. Nicht alles Top-Titel wie Centipede.

Dabei werden immer Fünf Spiele auf einer Bildschirmseite angezeigt. Neben dem eigentlichen Spielenamen wird auch das passende Artwork dargestellt. Durch drücken des D-Pads nach rechts oder Links kommt man eine Bildschirmseite weiter. Die Spiele sind alphabetisch aufgelistet und werden nach Auswahl mit Druck auf eine der beiden Tasten auf der rechten Seite gestartet.

Sie laden sehr schnell, denn VCS 2600 Spiele bestehen nur aus sehr wenigen Kilobytes an Code. Der Bildschirm stellt die Farben kräftig und trotz seiner geringen Größe auch gut lesbar dar. Es handelt sich allerdings um einen LCD-Screen mit ein paar Nachteilen. Dazu gleich mehr.

Soll an den legendären Atari-Joystick erinnern. Ist aber nur ein D-Pad.

Mit „Select“ und „Start“ wird die Spielvariante ausgewählt und das Spiel dann begonnen. Die Steuerung mit dem D-Pad ist zwar einigermaßen in Ordnung, dennoch vermisst man das Gefühl des echten Atari-VCS-Joysticks.

Die Spiele

Folgende Spiele sind auf der Konsole installiert:

  1. 3D Tic-Tac-Toe (31 in 1)
  2. Adventure
  3. Air-Sea Battle
  4. Asteroids
  5. Black Jack
  6. Bowling
  7. Breakout
  8. Canyon Bomber
  9. Casino
  10. Centipede
  11. Circus Atari
  12. Crystal Castles
  13. Demons to Diamonds
  14. Desert Falcon
  15. Dodge ‚em
  16. Double Dunk
  17. Fun With Numbers
  18. Golf
  19. Gravitar
  20. Haunted House
  21. Home Run
  22. Human Cannonball
  23. Maze Craze
  24. Millipede
  25. Miniature Golf
  26. Missile Command
  27. Night Driver
  28. Off the Wall
  29. Pong – Video Olympics
  30. Quadrun
  31. Radar Lock
  32. Realsports Football
  33. Realsports Tennis
  34. Realsports Volleyball
  35. Sprintmaster
  36. Star Raiders
  37. Steeplechase
  38. Stellar Track
  39. Street Racer
  40. Submarine Commander
  41. Super Baseball
  42. Super Breakout
  43. Swordquest: Earthworld
  44. Swordquest: Fireworld
  45. Swordquest: Waterworld
  46. Tempest
  47. Video Checkers
  48. Video Chess
  49. Video Pinball
  50. Yar’s Revenge

Leider haben es Top-Titel wie Pac Man, Frogger, Pitfall, Dig Dug und Space Invaders nicht auf die Konsole geschafft. Die fett markierten sind aber ebenfalls gute Spiele.

Fazit

Eine kleine feine Spielekonsole fürs Retro-Feeling. Neben den fehlenden Top-Titeln stört ein wenig der Hintergrund beleuchtete LC-Screen. Er ist leider nicht sehr Blickwinkelstabil und daher hat man – auch wegen seiner geringen Größe – Probleme mit beiden Augen drauf zu schauen. Das Bild sieht in der Tat in jedem Auge ein wenig anders aus, was extrem nervt. Schließt man ein Auge geht es.

Die Tasten lassen sich gut bedienen und die Konsole liegt auch gut in der Hand. Das fehlende Kabel zum Fernseher kann man verschmerzen. Der Sound ist für ein Gerät dieser Größe und Spiele dieser Art völlig ausreichend.

Oder lieber Emulation

Die Konsole gibt es beim Otto-Versand oder bei Amazon. Zwischen 40 und 60 Euro muss man dafür hinlegen. Wer in den Genuss der Spiele auf einem Desktop-Rechner oder Laptop kommen will, kann sich ja auch mal den Emulator Stella ansehen. Dieser ist für viele Plattformen verfügbar. Hier sind natürlich keine offiziellen Spiele enthalten, es gibt aber eine aktive Community die durchaus gute bis sehr gute HomeBrew-Titel herausbringt.

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