Gaming-Headsets: Der gute Ton und der hohe Preis

Wer Online spielt will sich meistens auch mit seinen Mitspielern verständigen. Das ist natürlich längst selbstverständlich. Die passende Hardware in Form von Gaming-Headsets ist massenhaft vorhanden. Meistens wird bei Konsolen ein einfaches Headset mitgeliefert. Ich halte von den ganzen Gaming-Lösungen nichts. Denn hier wird viel mehr Wert auf Design, als auf Klang und Funktion gelegt. Es geht aber auch anders. Zum Teil sogar billiger.

Es gibt im Grunde zwei Fraktionen unter den Gamern, die Headsets verwenden. Diejenigen, die sich selber nicht auf dem Kopfhörer hören wollen und diejenigen, die sich selber hören wollen. Erster Fall ist populärer und daher bieten die meisten Headsets keine Möglichkeit, sich selber zu hören.

Für den zweiten Fall hat die Hardware-Industrie aber auch Lösungen am Start. Diese findet man in der Regel unter der Bezeichnung „Mic Monitor“. Es hat durchaus Vorteile, wenn man sich selber auf dem Kopfhörer eines Headsets hört. Denn in diesem Fall wird man nicht so laut reden. Der Mensch will sich in der Regel beim sprechen selber hören. Wenn er das nur eingeschränkt kann, wird er automatisch lauter sprechen.

Mic Monitor

Mit einem so genannten „Mic-Monitor“ kann man das laute Sprechen verhindern und somit sein Umfeld schonen.

Da die meisten Headsets aber eben nicht dafür geeignet sind, bieten die Betriebssysteme der Konsolen inzwischen diese Möglichkeit. Dort kann – tief in den Menüs versteckt – diese Funktion aktivieren. Leider kommt es dabei zu einer kleinen Latenz, die dafür sorgt, dass ein leichter Echo-Effekt eintritt. Das kann störend wirken. Außerdem ist das Menü in der Regel schlecht erreichbar und man kann nicht spontan darauf zugreifen.

Verstärker

Unter Gamern ist der Begriff Verstärker bekannt für ein Gerät, dass „Mic Monitoring“ möglich macht. Verstärker bieten auch noch andere Funktionen, wie zum Beispiel das Unterdrücken von Nebengeräuschen oder eine Gate-Funktion für das Headset-Mikrofon. Meistens verbunden mit einem stylischen Design und einigen Reglern. Damit lässt sich der Sound auch während des Spiels gut regulieren.

Es geht auch anders

Die ganze Hardware für Gamer ist nicht gerade billig. Da gehen für Verstärker gerne mal einige Hunderter über den Ladentisch. Das Ergebnis, bzw. die Flexibilität ist aber sehr eingeschränkt. Daher bin ich für universellere Lösungen, die zum einen billiger und zum anderen flexibler sind.

Fangen wir bei den Headsets an. Es gibt auch Hör-Sprech-Garnituren (wie die Dinger im professionellen Bereich heiße), die einen besseren Tragekomfort und eine bessere Klangqualität bieten und sogar (für den Fall der Fälle) auch mit Ersatzteilen repariert werden können.

Headsets

1. Das Beyerdynamic MMX 300 (2. Generation) – Es wird explizit als Gaming-Headset verkauft und ist leider auch nicht ganz billig. In der Regel bekommt man es für ca. 250-300 Euro. Der Vorteil dieses Headsets liegt an den sehr Komfortablen Kopfhörern. Diese entsprechen weitestgehend denen des bekannten Beyerdynamic DT 770 Kopfhörers, der wirklich gut sitzt und den man auch lange tragen kann. Die Stabilität des Headsets ist sehr gut. Es ist robust und hält einiges aus.

2. Das Sennheiser HME 26-600. Hierbei handelt es sich um ein professionelles Rundfunk-Headset. Daher ist es auch einigermaßen teuer. Die Sennheiser-Headsets sind aber so robust, dass sie Jahrzehnte lang halten können. Auch die Versorgung mit Ersatzteilen, wie Ohrmuscheln und allen anderen Bauteilen ist gegeben. Daher investiert man hier wirklich gut.

Das Mischpult

Hier man man eine große Auswahl. Wenn man sehr flexibel sein will, was Mikrofone und Kopfhörer angeht, dann nimmt man ein ganz normales Mischpult mit USB-Anschluss. Dieses kann dann direkt in die Konsole gesteckt werden und wird von dieser in der Regel auch erkannt. Ich habe zwei Tipps:

1. Das Behringer XENYX 302 USB. Dieses kleine, günstige Pult hat einen direkten Eingang für Gaming-Heasets (es passt gut mit dem Beyerdynamic MMX 300 zusammen), wird von der PS4 als externes Headset erkannt und man kann damit auch bestimmen, ob man sich selber hören will oder nicht. Das ist das ideale Mischpult für den angehender Gamer/Streamer der Wert auf guten Klang legt. Außerdem hat es noch einen weiteren Mikrofon-Eingang. Somit kann ein zweiter Spieler mitreden. Oder man verwendet kein Headset-Mikro, sondern ein externes Großmembran-Mikrofon wie das Rode NT 1A.

2. Wenn Livestreams mit mehreren Personen veranstaltet werden sollen, die alle gleichermaßen auch kommentieren können, dann muss es mein Mischpult mit mehr Mikrofoneingängen sein. Da kann das Behringer Q802USB Xenyx hilfreich sein. Es bietet zum Beispiel gleich zwei Mikrofoneingänge. Damit können zwei Menschen gleichzeitig reden. Allerdings hat es nur einen Kopfhörer-Ausgang. Hier kann eventuell ein externer Kopfhörer-Verstärker oder ein einfacher Adapter dienlich sein.

Alle diese Komponenten sind nicht ursächlich fürs Gaming konzipiert (wenn man mal vom MMX300 absieht). Daher sind sie universell einsetzbar. Meistens ergibt sich so eine Ersparnis. Auf jeden Fall aber kann man wesentlich flexibler damit arbeiten, als mit den propritären Systemen der Gaming-Hersteller. Erfolgreiche Livestreams bestehen nicht nur aus guten 60 FPS sondern eben auch aus gutem Ton.

Allerdings muss man sich mit diesen Komponenten auch etwas beschäftigen. Vieles ist zwar intuitiv, aber eben nicht alles. Bis man gute Sound-Einstellungen gefunden hat, kann es vielleicht etwas dauern. Der Aufwand lohnt sich aber in jeden Fall.

Zum Thema Gamecapturing wird es auch noch einen Artikel geben. Denn die Lösungen von den großen Herstellern sind meistens ebenfalls zu teuer und zu unflexibel. Hier kann man auch viel sparen, wenn man gleich die richtigen Geräte kauft.

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